Die meisten Menschen scheitern an der Börse nicht, weil sie zu wenig wissen. Sondern weil…
Was passiert mit dem Aktienmarkt wenn Krieg ausbricht?
Sobald Krieg ausbricht, passiert bei vielen Investoren dasselbe: Der erste Reflex ist Verkaufen. Das Depot aufmachen, auf Rot schauen, und raus. Verständlich – aber historisch betrachtet fast immer der falsche Zug.
Ich habe mir 110 Jahre Börsendaten angeschaut. 10 Konflikte, von WW1 bis zum Ukraine-Krieg 2022. Und das Muster ist überraschend konsistent.
Märkte hassen nicht Krieg – sie hassen Unsicherheit
Der Aktienmarkt bewertet kein Leid. Er bewertet Systemrisiko. Und das bedeutet: Sobald klar ist, was passiert – auch wenn es schlimm ist – beginnen die Märkte einzupreisen und zu erholen.
Der entscheidende Unterschied liegt dabei zwischen zwei Konflikttypen.
Globale Weltkriege sind eine eigene Kategorie. WW1 und WW2 haben die wirtschaftliche Weltordnung grundlegend verändert – die Drawdowns waren tief, die Erholung dauerte Jahre. Wer trotzdem hielt: Nach WW1 lag der Markt ein Jahr nach Ausbruch bei +88%.
Regionale Konflikte – und das ist die relevantere Kategorie für das, was heute passiert – zeigen ein völlig anderes Bild. Der Median über Korea, Golfkrieg, 9/11, Irakkrieg und Co.: Erstreaktion −5%, Erholung nach rund 3 Monaten, 1-Jahres-Return +15%.
Was die Daten konkret zeigen
Kubakrise 1962: −5,3% in den ersten Wochen, dann +28% im Folgejahr. 9/11: −7,1% direkt danach, nach 12 Monaten +15%. Irakkrieg 2003: kaum ein Drawdown, +20% ein Jahr später.
Ukraine 2022 ist eine Ausnahme – aber nicht wegen des Krieges allein. Der S&P 500 lag ein Jahr nach Invasionsbeginn bei −7%. Was viele vergessen: Gleichzeitig hat die Fed die aggressivste Zinswende seit Jahrzehnten durchgezogen. Der Krieg war Auslöser der Unsicherheit, nicht der alleinige Grund für die schlechte Performance.
Was das für dich bedeutet
Drei Dinge, die historisch immer wieder zutreffen:
Erstens: Die erste Woche ist die schlechteste Zeit zum Verkaufen. Die Unsicherheit ist maximal, der Markt hat noch nicht eingepreist. Wer dann verkauft, realisiert den Drawdown – und verpasst die Erholung.
Zweitens: Regionale Konflikte ohne direkte US-Beteiligung werden vom Markt schnell abgehakt. Investoren sollten unterscheiden: Ist das ein lokales Ereignis oder verändert es die globale Wirtschaftsordnung?
Drittens: Der US-Markt ist belastbarer als europäische Märkte. Wer in breite globale ETFs investiert, ist geografisch ohnehin diversifiziert – das dämpft den Effekt regionaler Schocks.
Die interaktive Datentabelle
Alle 10 Konflikte mit Max. Drawdown, Time under Water und 1-Jahres-Return findest du in der interaktiven Tabelle – filterbar nach globalen und regionalen Konflikten.
Das vollständige Video mit der Analyse gibt es hier:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine Anlageberatung dar. Historische Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. MangoLila ist nicht als Wertpapierdienstleister im Sinne des WAG 2018 konzessioniert.